Alice Weidel: Grußbotschaft zum Treffen der AM in Tettau am 3. Oktober 2017

//Alice Weidel: Grußbotschaft zum Treffen der AM in Tettau am 3. Oktober 2017

Alice Weidel: Grußbotschaft zum Treffen der AM in Tettau am 3. Oktober 2017

2017-10-30T11:55:08+02:00 04. 10. 2017|AM Blog|

Die Grußbotschaft von Alice Weidel zum 1. Deutschlandtreffen der AM wurde verlesen, da sie nicht persönlich anwesend sein konnte. Foto: Archiv

Liebe Mitstreiter!

Ich bitte um Verständnis und Nachsicht, dass ich heute nicht bei Euch sein kann. Während Ihr in diesem Moment meinen Worten lauscht, liege ich im Bett. Mein Körper schlägt jetzt, nachdem ich ihm im Bundestagswahlkampf viel zugemutet habe, gnadenlos zurück.
Insofern vielen Dank, dass Ihr mir erlaubt, Euch auf diesem Wege anzusprechen. Ich werde auch versuchen, es nicht zu lang zu machen. Dafür mache ich es aber ehrlich und unverblümt, so, wie man mich kennt.

Zunächst möchte ich kurz auf das Gerücht eingehen, das über Herrn Höcke und mich kursiert. Es wird behauptet, dass ich zugestimmt hätte, das Parteiausschlussverfahren gegen Björn Höcke zu beenden. Verehrte Kollegen; das ist falsch. Es ist mir wichtig, das hier klarzustellen zu lassen, da ich es selbst heute nicht tun kann.

Wichtiger jedoch ist, dass mit der Alternativen Mitte in unserer Partei ein wichtiger Pol der Vernunft wächst und gedeiht, der bis dato manchmal etwas unorganisiert war. Als Fraktionsvorsitzende im Bundestag sehe ich es als meine Aufgabe, alle loyalen und konstruktiven Kräfte in der Partei zu unterstützen.

Die Betonung liegt hier naturgemäß auf „in der Partei“, nicht außerhalb. Jeder, der versucht hat, sich von der Partei zu trennen und dadurch eine Trendwende einzuleiten, ist gescheitert. Wer eine bürgerliche Volkspartei haben möchte anstelle einer kleinen nationalistischen Clique, der muss diese Partei von innen heraus mit großer Geduld begleiten und mitgestalten.
Und ich sage ganz klar: Gerade jetzt sind die Chancen besser als je zuvor, die AfD als bürgerliche Kraft der Mitte zu etablieren. Das mag auf den ersten Anschein überraschen. Aber mit unserem Einzug in den Bundestag sind noch einmal bei vielen Menschen, die bisher geschwankt und abgewartet haben, die Dämme gebrochen. Seit unserem Bundestagseinzug haben wir rund tausend (sic) neue Mitgliedsanträge zu verzeichnen. Und es sind nicht die Menschen von den extremen Rändern, die zu uns kommen. Deren Zahl ist ohnehin endlich, vergesst das nie! Nein, es sind normale, gewöhnliche Leute aus der Mitte der Gesellschaft, die jetzt vermehrt zu uns stoßen! Diese Menschen haben uns zu unserem fulminanten Wahlergebnis verholfen.

Aber wisst Ihr, was mich an unserer Partei am meisten stört? Die größte Schwäche der moderaten Kräfte in unserer Partei ist es, dass immer noch viel zu schnell das Handtuch geschmissen wird: Einmal einen Vorstand nicht ideal gewählt? Viel zu oft heißt es dann: ‚Ich trete zurück!‘ Einmal wieder ein dümmlicher Medienskandal, weil jemand Blödsinn erzählt hat? Auch da habe ich schon zur Genüge gehört: ‚Dann hänge ich keine Plakate mehr auf!‘.
Liebe Mitstreiter, in einem Punkt können wir uns sehr wohl etwas vom Flügel abschauen: Bei der Leidensfähigkeit und der Ausdauer. Jeder, der für einen Kurs der Vernunft in der Partei steht, darf nicht anfangen, bei kleinem, aber auch großem Gegenwind sofort zu kapitulieren!
Maß und Mitte sollten sich in der AfD durchsetzen, wenn wir unseren Prinzipien treu bleiben, aber mit Höflichkeit, Augenmass und Konstruktivität. Das ist der Geist, den die Alternative Mitte hoffentlich in Zukunft verkörpern wird.

In diesem Sinne, liebe Mitstreiter, wünsche ich allen einen erfolgreichen Kongress!

Eure
Alice Weidel